Die letzte Nacht war zu kurz für ein weiteres Side Event, denn die heutige Runde war bereits um 10 Uhr angesetzt. Aschach begrüßte nach einer etwas nebeligen Woche die Teilnehmer mit Sonnenschein und Kaiserwetter, obwohl so mancher dürfte durch die kurze Nacht um die Uhrzeit noch etwas benebelt gewesen sein.

Im A-Turnier endeten die ersten beiden Bretter schnell remis und so blieb nur IM Schreiner mit der Chance auf den Turniersieg über, allerdings war seine Stellung mit Schwarz zu diesem Zeitpunkt sehr verdächtig. Für Spannung um den Kampf um den Turniersieg war gesorgt und so entwickelten sich scharfe Partien auf den nächsten Brettern. So ergaben sich hinter den drei Spitzenbretter auf den weiteren acht Brettern nur entschiedenen Partien. Auch der junge Marc Morgunov – als Nummer 101 in der Schlussrunde auf der Bühne – musste gegen IM Thomas Reich nach hartem Kampf eine Niederlage hinnehmen. Nach hartem Kampf konnte Schreiner die Partie gerade noch halten und damit stand der Turnierendstand fest.  Sieben Schachfreunde beendeten das Turnier mit 5,5 Punkten – von den folgenden Sechs mit 5 Punkten, schafften es nur mehr die Hälfte in die Preisgeldränge.

Am gestrigen Abend gab es als Side Event – oder als Hauptattraktion – eine Bierverkostung mit der Diplom Biersommelière Sylvia Schaller, die die Teilnehmer in die Welt der Biere einführte. Da es die Verkostungsbiere im 1/8 Liter Glas gab, war es nicht unvorhersehbar, dass einige nach der Veranstaltung im Turnierlokal noch ein wenig nachtanken mussten … und das kann auch mal länger dauern.

Kommen wir zum Sportlichen: todgesagte leben länger, ist ein wohlbekannter Spruch und so feierte auch das Kurzremis auf Brett 2 ein fulminantes Comeback, die GM Partie Horvath gegen Nevednichy dauerte nicht länger als die Krennwurzn braucht die Namen zu tippen. Davor und dahinter wurde hart gekämpft, so konnte sich Schreiner gegen Malorov mit 2 Minuten plus Aufschlag in ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern und Minusbauern retten. Die Nummer 3 Sedlak riskierte zu viel und verlor mit den weißen Steinen gegen Shkapenko und dann startet eine ausgekämpfte Remisserie, bei der Chaissa manchem etwas zugelächelt haben muss. In dem Kampf um den Turniersieg und die Preisränge starten jeweils fünf Spieler mit 5 Punkten bzw. 4,5 Punkten. Aus eigener Kraft Turniersieger kann nur die Nummer 2 GM Vladislav Nevednichy mit den schwarzen Steinen gegen die Nummer 1 GM Nikita Maiorov werden und auch der junge Österreicher IM Peter Schreiner hätte ebenfalls mit einem Schwarzsieg gegen GM Jacek Stopa Chancen auf den Turniersieg. Es wird wohl ultraspannend morgen! 

Nach der Runde stand eine Fahrt ins Empire statt und die Diskoflitzer erreichten um 3 Uhr morgens Aschach mit dem Bus, aber das soll noch nicht für alle das Ende der Geschichte gewesen sein, aber kehren wir zum Schach zurück! Die Spitzenpaarung GM Nevednichy gegen IM Schreiner  endete Remis, sodass beide ihre weißen Westen verloren haben. Dahinter ging es gut für die Favoriten weiter, nur Florian Schwabeneder konnte GM Popovic einen halben Punkt entführen, eine Idee die danach viele ebenfalls als vorteilhaft angesehen haben. Damit führen 4 Spieler mit 4,5 Punkten das Turnier vor 4 weiteren mit 4 und einer ganzen Meute mit 3,5 an. Wie Ihnen sicherlich aufgefallen ist, steht auf vielen Partieformularen eine Werbung des Schachversand Huber (http://www.schachversand.at) und ab heute wurde vom Besitzer – so wird jedenfalls gemunkelt - eine neue Internetseite geschaltet: www.olympia-huber.com – die Hintergründe warum und ob und wie lange die Seite online sein wird liegen aber komplett in den Nullen.

Die Krennwurzn hat nun endlich mal verloren, aber so richtig zufrieden mit ihrer Leistung konnte sie trotz schwachem Spiels nicht sein, denn es fehlte der richtige Eigenvernichtungsfunken – aber dennoch wurde sie mal so richtig heftig geraspelt, dass die Tränen nur so aus den Augen schossen.

Die Players Party in der Vornacht war kein voller Erfolg – allerdings verbietet die Diskretion hier weitere Ausschweifungen, aber eines sei verraten: die Partieformulare der Spitzenbretter wurden allesamt falsch mit dem Blaupapier ausgestattet, so dass die Partien auf die Rückseite statt auf die extra eingelegten Blätter gedruckt wurden – eine sehr umwelt- und ressourcenschonende Methode, wenn man nicht über den 40. Zug hinaus spielen möchte.

Und da sind wir schon thematisch beim A-Turnier angelangt: Kurzremisen sind hier in Aschach an den Topbrettern vom Aussterben bedroht – der Kampf um die Preisgeldränge tobt bereits sehr heftig. Heute erstmals auf Brett 1 der Vorjahressieger GM Horvath gegen die Nummer 1 GM Maiorov – die Partie endete nach Kampf Remis. Das zweite GM Duell gewann die Nummer 2 GM Nevednichy gegen GM Stopa (Nr.7). Die Überraschung der Runde schaffte aber der junge Österreicher IM Peter Schreiner Peter gegen GM Nikola Sedlak, der Aschach schon zweimal gewinnen konnte. Ebenfalls eine Topleistung zeigt der junge Felix Blohberger (Nr.  95), der gegen den Lokalmatador Florian Schwabeneder ein Remis erreichte und mit 3/4 auf dem 13. Zwischenrang liegt.


Wie stark das A-Turnier besetzt ist, kann man schon alleine an der Tatsache erkennen, dass es bereits in dieser Runde zu einem Großmeisterduell gekommen ist, dass der Vorjahressieger  Jozsef Horvath und heurige Nummer 5 gegen Mikhail  Ivanov für sich entscheiden konnte. Nicht ganz so gut lief es für GM-Kollegen  Popovic und Tratar, die mit den schwarzen Steinen nur die Punkte teilen konnten. Ausgezeichnet läuft das Turnier für den Schachfreund Jörg Hanisch (Nr. 38) der am Vormittag wie berichtet einen IM besiegen konnte und am Nachmittag dies auch gegen den GM Vladimir Sergeev (Nr. 8) tat.

Für die Krennwurzn lief es vorerst optimal, sie stand schlecht, dann schlechter und dann auf Verlust. Doch dann geschah das Unvorstellbare: der Gegner schlug sie mit den eigenen Waffen. Mit einem lupenreinen „game changer“ nach bester Krennwurzn Art stellte er die bereits gewonnene Partie ein! Und wenn Sie sich jetzt denken, die Krennwurzn freut sich diebisch über den Punkt und das Glück, dann irren Sie aber gewaltig, die Krennwurzn kocht vor Eifersucht, denn so schöne Züge darf einfach nur die Krennwurzn finden!


Es war für alle eine kurze Nacht – egal ob Mann oder Frau noch ausgeschwärmt ist oder doch die Ruhe gesucht hat – und die Auslosung wollte es, dass ein paar junge Österreicher gegen die Elofavoriten antreten durften. Leider fiel das Ergebnis sehr gastfreundlich aus und besonders hervorgetan hat sich hier Edmund Konrad -  wollen wir ihn gnadenhalber noch als halbjunges Nachwuchstalent durchgehen lassen – in seiner Partie gegen die Nummer 3 GM Sedlak. Dieser opferte einen Turm, übersah dabei eine Remisfortsetzung, aber Edi wollte diese Schmach nicht am GM haften lassen und wählte brav die Verlustvariante – das nennt man dann mal Aschacher Gastfreundschaft! Ab Brett 11 waren dann aber wieder sehr viele Überraschungen angesagt und für viele hatte Morgenstund Gold im Mund. Die längste Partie des Vormittags lieferten sich IM Reich (Nr. 16) und Hanisch (Nr. 38), wobei der IM die Dame für Turm und viele Bauern gab, dann aber einen nach dem anderen verlor, bis nur mehr der Turm und die Partie verloren werden konnte.

Die Krennwurzn hat im morgendlichen Nebelgrauen einige Verlustmöglichkeiten nicht genutzt und daher mit einem Remis sein sisyphosisches Leiden in die 25. Turnierauflage verlängert. Alle jene, die eventuell fälschlicherweise Mitleid mit der Krennwurzn haben könnten, seien gewarnt: der Krennwurzn muss es offensichtlich gefallen, wenn sie leiden kann - also verzichten Sie bitte auf freiwillige Punktspenden.

Zur 24. Auflage – das halbe Duzend ist nun voll - fanden über 250 Spieler wieder den Weg in den malerischen Schiffermarkt Aschach an der Donau. Das A-Turnier ist diesmal mit 103 Schachfreunden sehr gut besetzt, aber vor allem die Stärke des Turniers ist beeindruckend: 9 Großmeister und 9 Internationale Meister sind am Start – für Spannung ist jedenfalls gesorgt. Angeführt wird die Setzliste vom Weißrussen GM Nikita Maiorov (2566). Hatte bisher das B-Turnier knapp die Nase bei den Teilnehmern vorne, so fanden sich heuer nur 79 Schachfreunde ein, um den Turniersieg unter sich auszuspielen. 74 Schachfreunde kämpfen heuer im C-Turnier bei verbesserten Platzbedingungen. Eine weitere Neuerung ist, dass der Veranstalter heuer Side-Events anbietet.

 1. Runde

 Gottseidank zog nachmittags etwas der Nebel in Aschach ein, denn in der Sonne im Umland gab es frühlingshafte Temperaturen und niemand käme auf die Idee eines der schönsten Winteropen mitzuspielen. Eine lokale Sensation schaffte der Oberösterrreicher Wilhelm Kirchmayr, der mit den schwarzen Steinen gegen den finnischen IM Miikka Maki-Uuro ein Remis erzielen konnte. Ebenfalls mit den schwarzen Steinen erzielte die Nummer 91 Margot Landl gegen die Nummer 40 einen vollen Erfolg!