SiegertrioEs ist kalt und sonnig am Morgen in Aschach, aber ab 10 Uhr geht es heiß her auf der Bühne, die letzte Runde ist heuer so spannend wie schon lange nicht - Kurzremisen Fehlanzeige - heute wird gefightet. Erst nach einer Stunde endete die erste Partie im Spitzenfeld, aber nicht mit Remis sondern mit einem Sieg von Florian Schwabeneder - der Tag begann gut für die jungen Österreicher. Aber das waren noch nicht alle gute Nachrichten an diesem Tag, denn IM Neuman lehnte ein Remisangebot ab und überzog dann die Stellung, so dass der junge österreichische FM Lukas Handler nun mit dem Sieg alleiniger Turniersieger mit 6 Punkten wurde. Zweiter wurde IM Andreas Diermair mit 5,5 Punkten Auch der Staatsmeister IM Georg Fröwis konnte seine etwas schlechtere Stellung gegen die Nummer 1 GM Rainer Buhmann halten und damit als Dritter erstmals ein rein österreichisches Podest komplettieren. Dahinter folgten ebenfalls mit 5,5 Punkten GM Horvath, CM Sadilek und IM Koziak. In die Preisgeldränge mit 5 Punkten kamen noch IM Biti, GM Buhmann, der neue und alte Eferdinger Bezirksmeister Florian Schwabeneder und IM Rogulj.

Heute endeten die ersten fünf Paarungen Remis im A-Turnier, aber es waren keine Kurzremisen sondern es wurde hart gekämpft. GM Rainer Buhmann hat sich zwar wieder auf Brett 1 für die Schlussrunde zurückgekämpft, aber die Mission Turniersieg schaut schwierig aus, denn auch bei einem Sieg gegen IM Georg Fröwis müssten noch eine Menge Ergebnisse passen, damit es doch noch klappt. Gewinnt Fröwis, dann ist er mindestens zweiter, denn die einfachste Aufgabe hat auf Brett 2 der Führende FM Lucas Handler: er muss mit den weißen Steinen "nur" gegen IM Petr Neumann gewinnen und es gäbe nach 2009 wieder einen österreichischen Turniersieger (Shengelia, Stanec 3x, Thallinger). Verlieren die beiden jungen Österreicher - was wir natürlich aus Patriotismus nicht wünschen - dann hätte das Trio GM Horvath, IM Diermair und IM Biti mit Siegen noch Chancen auf den Turniersieg - mehr spekulieren möchten wir aber nicht.

Der elolose Adnan Rexhepi (Nummer 65 - C-Turnier) bleibt nach der heutigen Runde als Einziger ungeschlagen bei diesem Turnier und führt damit schon einen ganzen Punkt vor acht Verfolgern das Turnier an. Am Bücherstand von Günther Huber (Internet: www.schachversand.at ) kaufte sich ein Schachfreund aus dem C-Turnier richtigerweise das gute und bekannte Buch des ehemaligen Weltmeisters und FIDE-Präsidenten Max Euwe "Amateur wird Meister" - ein IM, dem es gerade nicht optimal läuft, sah das und sagte: ich schreibe wohl gerade das gegenteilige Buch "Profi wird Amateur"!

Sieben Verlustpunktelose auf einen Streich fegten drei Remisen auf den Spitzenbrettern und die Niederlage von Florian Schwabeneder gegen IM Neuman die weißen Westen weg. Nun gibt es im A-Turnier neun Spieler mit 3,5 Punkten und weitere 12 Schachfreunde mit 3 Punkten, die in den verbleibenden drei Runden um die Preisgeldränge und vor allem um den Turniersieg kämpfen. Für Spannung sollte gesorgt sein und so bleiben viele Schachfreunde im Spiellokal, kiebitzen, analysieren oder unterhalten sich einfach nett miteinander – auch wenn es auf den Brettern manchmal ziemlich hart zur Sache geht – „gens una summus“ hier in Aschach wird das FIDE-Motto gelebt!

Es ist doch schön, wenn die jungen Leute folgen! In der Mittagspause nach der Auslosung sprach die Krennwurzn mit dem "Localhero" Florian Schwabeneder darüber, dass die IMs in den ersten Runden ganz schön Federn lassen mussten und befahl ihm dies mit einem Punkt gegen den Europameister GM Rainer Buhmann zu erledigen. Mit den weißen Steinen entwickelte sich eine spannende Partie und die Entscheidung fiel nicht durch die Stellung sondern durch die Uhr, denn GM Buhmann überschritt im 39. Zug die Zeit. Die Krennwurzn jubelte und freute sich für den sympathischen Landsmann, aber gleichzeitig litt sie auch mit dem unglücklich unterlegenen Großmeister mit - Gerechtigkeit ist so eine Sache und der Krennwurzn kann man es sowieso nicht recht machen - aber das wissen Sie liebe Leser ohnehin!

Morgengrauen und leichter Regen und Nebel in Aschach, aber dennoch fanden beinahe alle Spieler rechtzeitig den Weg ans Brett, um den Doppelrundentag in Angriff zu nehmen. So hatte das eingespielte Schiedsrichterteam um FA Günter Almer keinerlei Probleme und konnte sich darum kümmern der Eisenbahn ihr Recht auf Durchfahrt zu gewährleisten – leider haben sich wieder ein paar Turnierteilnehmer zu nahe an den Schienen geparkt.

Die Feiertage sind vorbei und schon wird in Aschach traditionellerweise hart auf den 64 Feldern gekämpft. Mit 259 Teilnehmern wurde zwar der Rekord knapp verfehlt, aber auch heuer wieder lässt sich das Teilnehmerfeld sehen. Das A-Turnier führt mit GM Rainer Buhmann ein Teameuropameister von 2011 das Turnier an, zweiter der Setzliste ist ein guter alter Bekannter und Turniersieger in Aschach GM Jozsef Horvath. Dahinter folgen noch 13 Internationale Meister, viele Titelträger aus aller Herren Länder - insgesamt spielen 108 Teilnehmer im A-Turnier mit. Aus Übersee spielen ein Amerikaner und ein Thailänder mit, diesem gefiel im Vorjahr - er damals war als Student in Oberösterreich - das Turnier so gut, dass er dieses Jahr extra aus seiner Heimat angereist kam. In der ersten Runde lieferten gleich zwei Oberösterreicher einen sensationelle Leistung: Ly Daniel aus Wartberg remisierte gegen Peter Schreiner und der Sauwalder Josef Lang jun. besiegte die Nummer 11 IM Janos Szabolcsi mit den schwarzen Steinen. Bravo und weiter so!