„2-1-3-4 als Favoriten siegen wir“ wurde an den Spitzenbrettern umgesetzt. GM Andrey Sumets siegte mit den weißen Steinen gegen den Alleinführenden GM Marko Tratar auf Brett 1 und seine Kollegen taten es ihm gleich. Erst FM Florian Mostbauer und IM Branko Rogulj konnten mit den schwarzen Steinen die Favoriten etwas einbremsen. Wieder war das Kampfniveau sehr hoch, denn erst jenseits der Vierstundenmarke kam es zu Remisen auf den vorderen Brettern und diese waren alle mehr als ausgekämpft. Blickt man auf die Rangliste so sticht der titellose Emanuel Frank auf Rang 8 hervor, der in der längsten Partie des Tages FM Bogdan Burlacu mit den schwarzen Steinen niederringen konnte.

Die Startnummer 30 Nguyen Le Minh Phu konnte am Spitzenbrett die Nummer 3 schlagen und ist nun als einziger Spieler aller Turniere noch ohne Punkteverlust in Führung, die er in der nächsten Runde gegen Nummer 5 Lukas Kepplinger mit den schwarzen Steinen verteidigen muss – von der Papierform her wird die Aufgabe leichter, aber wie wir alle wissen, ist Papier sehr geduldig. Ein Blick auf die Rangliste zeigt, dass sich die Favoriten noch nicht ganz aus dem Geschehen verabschiedet haben – aber es ist ein härteres Leben als im A-Turnier. Ein nicht näher genannter Schachfreund sagte der Krennwurzn, dass er nun so gut wie noch nie in der Partie stünde. Die Krennwurzn eilte ans Brett und sah ein Turmendspiel mit zwei Minusbauern und zog kopfschüttelnd von dannen.

Im C-Turnier wurden heute fleißig Punkte geteilt und in der Rangliste sind durchaus Favoriten vorne vertreten, nur die Nummer 45 Manfred Hoelzle aus Deutschland liegt aktuell auf Rang 4 und kann vorne noch mitmischen.

Und die Krennwurzn? Nun die nähert sich der absoluten Hochform an, mussten die bisherigen Niederlagen mit langem positionellem Dahinsiechen hart erkämpft werden, so gelangen heute mit leichtsinniger Hand taktische Fehlschläge am laufenden Band. Auch dass die Stellung gut und dann haltbar war, solche Störungen konnten die Krennwurzn nicht davon abhalten, konsequent den falschen Weg einzuschlagen.

Nun in unsere Welt wird viel und gerne über Gewinn und Gewinner gesprochen und auch im Schach viel über Gewinn und Elozuwachs geschrieben, aber wir sollten nie vergessen, dass es ohne Verlierer keine Gewinner geben kann oder wie Berthold Brecht so schön reimte:

„Reicher Mann und armer Mann
standen da und sahn sich an.
Und der Arme sagte bleich:
»Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich«.“